Sei dabei! Im Interesse unserer Kinder – Bildungsstreik in Kiel

14. November 2009 | Von JB | Kategorie: Allgemein, Bildung, Jugend

Am Mittwoch dem 18 September findet im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks eine Demonstration in Kiel statt.
Veranstalter ist das Bildungsbündnis Kiel (BBK) – “ein freier Zusammenschluss junger Menschen, die festgestellt haben, dass es mit der Bildungspolitik so nicht weitergehen kann, weil die eigentlichen Verlierer der „tollen neuen Bildungs-Reformen“ wir Schülerinnen und Schüler sind.” (http://www.bildungsbuendnis-kiel.de)

Die Demo beginnt 10:30 auf dem Rathausplatz und geht von dort zunächst in Richtung Uni, danach geht es weiter zum Landtag.

Die Forderungen lauten:
▪ Demokratisierung des Bildungssystems
▪ Mehr Wahlfreiheit
▪ Länger gemeinsam lernen
▪ Kostenlose Bildung für Alle
▪ Für die bedarfsgerechte Ausstattung…
▪ Gegen zentrale Prüfungen
▪ Nein zum Superstress
▪ Maximal 20 SchülerInnen pro Klasse

Bitte besuchen sie http://www.bildungsbuendnis-kiel.de und nehmen sie im Interesse ihrer Kinder an der Demo teil.

Wir unterstützen die Forderungen des Bildungsbündnis-Kiel.
Slogans „Bildung ist Rohstoff der Zukunft“, „Fordern und Fördern“, „Jede Stunde zählt“ oder „Kein Kind zurücklassen“ und ähnliche Sprachnebel verschleiern seit Jahren die aktuelle Situation, das Sparen an Bildung und die Motive der sogenannten Reformen.
Deshalb soll die Politik als erstes damit beginnen, sich einer klaren, sachlichen und angemessen bescheidenen Redeweise zu bedienen und die aktuellen Mängel und Herausforderungen realistisch beschreiben.
Notwendige Reformen im Bildungsbereich, die diesen Namen verdienen, müssen im Interesse unserer Kinder als Entwicklung und Durchführung von Alternativen verstanden werden. Unser Bildungswesen ist kein Wirtschaftsbetrieb und deshalb wenden wir uns entschieden gegen einen technokratischen Umbau des Bildungswesens.
Bildungspolitik kann sich nicht ernsthaft auf Effekthascherei mit Slogans wie „Fordern und Fordern“, „Kein Kind zurücklassen“ beschränken. Wir fordern Schluss mit der Unaufrichtigkeit der sogenannten Reformen und dem Sparen an Bildung. Mit immer weniger Zeit und immer weniger Mitteln lassen sich keine neuen Qualitäten schaffen. Schulzeitverkürzungen oder ein BA-Abschluss als Standard sorgen nicht für eine Qualitätsverbesserung oder Bildungsgerechtigkeit, sie dienen allein dem Sparen an Bildung.
Wir fordern, dass alle aktuellen „Reformen“ mit eben den Maßstäben der ökonomischer Rationalität bewertet werden, die damit eingeführt werden sollen. Um eine systematische Verknappung des „Rohstoffs Bildung“ zu verhindern, ist es grundlegend wichtig Finanzierungswege zu entwickeln, die das Bildungssystem durch eine angemessene Grundausstattung in die Lage versetzt, ihren gesellschaftlichen und grundgesetzlichen Auftrag zu erfüllen.
Die technokratische Ausrichtung führt dazu, dass die aktuelle Arbeit in den Schulen zunehmend durch die Einschränkung der professionellen Verantwortung geprägt wird, während sie im Interesse unserer Kinder aufgebaut werden muss. Inhaltliche und organisatorische Standarisierungen mittels Modularisierung und Standardisierung widersprechen der grundlegenden Freiheit, die jede Entwicklung braucht.
Der Lehrerberuf braucht wieder das Ansehen der Personen und des Berufsstandes. Da die Lehrerbildung sowohl Fachlichkeit als auch Pädagogik beinhaltet, lässt sich das nicht durch konstant schlechtere Rahmenbedingungen mit immer mehr Ansprüchen an fachliche, fachdidaktische und erziehungswissenschaftliche Kenntnisse erreichen. Das haben die Evaluierungen der bestehenden Verhältnisse selbst den auftraggebenden Ministerien in allen Bundesländern schmerzlich gezeigt, ohne dass daraus angemessenen Schlussfolgerungen gezogen wurden.
Zudem muß Schluß sein mit Tabuthemen und Mythen. Die offenbare gesundheitsschädigende Funktion von Schule muss aufhören. Zahlen, die belegen mit welchen lernbehinderten Ängsten und Spannungen Kinder die Schule besuchen und die lange bekannten und zuletzt durch die Potsdamer Studie wieder belegten hohen Ausfallraten von LehrerInnen machen dringenden Handlungsbedarf deutlich.
Gleiches gilt für den Mythos „Demokratische Schule“. Auch dem Bildungsministerium ist bekannt, dass gemessen am Schulalltag nicht von einer lebendigen Beteiligungskultur in den Schulen gesprochen werden kann, die aktuelle Praxis bietet keinen Rahmen, um Demokratie zu lernen und zu leben.

Keine Kommentare möglich.