Jugendliche in Ein-Euro-Jobs – hohe Verbreitung, wenig Wirkung
23. Januar 2010 | Von JB | Kategorie: Jugend, SozialesEin-Euro-Jobs verhelfen Jugendlichen nicht zu einer regulären Beschäftigung. Jugendliche, die bereits in jungen Jahren in die Grundsicherung rutschen, finden sich schnell in einem Ein-Euro-Job wieder. Die Zielvorgaben der Agentur für Arbeit bestimmen, dass Jugendliche nicht länger als drei Monate arbeitslos sein, sondern zügig in Arbeit, Ausbildung oder (wegen Mangel an Stellen) wenigstens in einen Ein-Euro-Job vermittelt werden.
DIe Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sehen darin einen der Gründe dafür, dass 2008 rund 130.000 junge Leute einen dieser Ein-Euro-Jobs angetreten haben.
Die IAB untersuchte, ob die Ein-Euro-Jobs Jugendlichen tatsächlich den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt ebnen.
Das eindeutige Ergebnis besagt, dass viel eher das Gegenteil der Fall ist. Jugendliche mit guten Voraussetzungen würden die Jobs „eher von einer frühzeitigeren Aufnahme einer Ausbildung oder Erwerbstätigkeit abhalten, ohne dass sie längerfristig ihre Integrationschancen verbessern“.
Hier wie in anderen Bereichen wird deutlich, das es sich bei “Fordern und Fördern” nur um Rhetorik handelt, denn die Förderkomponente ist völlig unterentwickelt und daher unbedingt auszuweiten und qualitativ zu verbessern.
Quelle: Joachim Wolff u.a.: Ein-Euro-Jobs für hilfebedürftige Jugendliche: Hohe Verbreitung, geringe Integrationswirkung, in: WSI-Mitteilungen 1/2010