Überkompensation als Marketingstrategie!?!
28. Januar 2010 | Von JB | Kategorie: Allgemein, StadtentwicklungProf. Langhammer vom Institut für Weltwirtschaft hat mit seinen Aussagen zum Marketing der Stadt Kiel Widerspruch bei der Ratsmehrheit aus SPD/Grünen geerntet. OB Albig merkte in diesem Zusammenhang an “Wir freuen uns über jeden, der mit uns über unsere Stadt nachdenkt” (KN 15.01.2009). Er wies in diesem Zusammenhang die Kritik Langhammers an der Stadtmarke “KIEL.SAILING CITY” zurück und will deutlich machen, dass sich dahinter mehr verberge als nur das Segeln.
In der Tat.
Schaut man auf die Webpräsenz von Stadtmarketing Kiel mit ihrem Vorsitzenden OB Albig (http://www.stadtmarketing-kiel.de/Leitbild_69.html?calendar_id=3) stellt man erschreckt fest, dass Kiel trotz der “natürlichen Standortgunst der Solitärlage an der Ostsee” an einem ausgewachsenen Minderwertigkeitskomplex leidet.
Die Stadtmarketing Kiel will laut ihres veröffentlichten Leitbildes wörtlich „städtebauliche Defizite … durch innovative und attraktive Handlungsweisen überkompensieren“.
“Freudscher Verschreiber” oder nur Ausdruck von …………….?
Unter Überkompensation versteht man den Versuch eines Ausgleichs, der eine Größe anstrebt, die höher ist als die Differenz zum Normalzustand und damit weit über das Ziel hinausschießt.
Der Begriff stammt aus der Tiefenpsychologie und wird dort als Reaktion auf einen Minderwertigkeitskomplex beschrieben. Das Gefühl der Minderwertigkeit entsteht z.B. aus der Erkenntnis geistiger, sozialer oder charakterlicher Mängel. Die Reaktion darauf ist das Streben, die Mängel durch eine vermeindlich besonders große Leistung auszugleichen, um damit Stärke zu zeigen. Dieses als Überkompensation beschriebene Verhalten führt zu neurotischen Störungen und sozialer Rücksichtslosigkeit.