Der Sozialabbau hemmt Gesundheit und Lebensqualität
2. Dezember 2010 | Von JB | Kategorie: Allgemein, SozialesWie oft haben wir gehört, der Sozialstaat sei ein großes Hemmnis für Wachstum und Wohlstand. So will auch der Oberbürgermeister auf Zwischenstation, Torsten Albig ”lieber Millionen investieren als für Sozialbeiträge ausgeben”.
Eine Langzeitstudie von mehr als 150 Wissenschaftlern aus 14 Ländern kommt zu anderen Schlüssen. Der Staat hat in Sachen Sozialpolitik einen größeren Gestaltungsspielraum, als es Ökonomen bislang vermutet haben. Die positiven Effekte zeigen sich nicht sofort – aber im Gegensatz zum wirtschaftlichen Daueranschub treten sie zuverläßlich ein und manifestieren sich in besserer Gesundheit und einer höheren Lebensqualität.
Die Ergebnisse werfen ein ganz neues Licht auf die Frage, wie großzügig der Staat Arbeitslosen unter die Arme greifen sollte.
Die neuen Daten zeigen: Eine gute Absicherung von Arbeitslosen hat langfristig positive Effekte und der Staat kann die negativen Langzeitfolgen, die Arbeitslosigkeit für die Betroffenen hat, reduzieren.
“Gezielte Sozialpolitik verringert den Einfluss von Armut in der Kindheit auf Armut im höheren Alter”, stellen die Forscher fest. Die wichtigste Botschaft bringt Ökonom Sirven so auf den Punkt: “Forderungen nach einem radikalen Abbau des Wohlfahrtsstaates sollte die Politik mit großer Skepsis begegnen.”